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SNI2018: Forschung mit Blick in die Zukunft
 

SNI2018
Teilnehmer der SNI2018. Foto: Wenzel Schürmann (TUM)

Mit einer Fülle von neuen Kontakten, Ideen und Informationen kehrten Mitte September 2018 über 520 Wissenschaftler von der Deutschen Tagung für Forschung mit Synchrotronstrahlung, Neutronen und Ionenstrahlen an Großgeräten 2018 (SNI2018) in Garching zurück. Sie hatten dort drei intensive Tage verbracht - viele kamen sogar schon am Vorabend zur stilvollen Rezeption im Münchner Künstlerhaus am Lenbachplatz. Organisiert wurde die Tagung von den Nutzerkomitees KFS, KFN und KFSI in Zusammenarbeit mit dem MLZ.

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Empfang am Vorabend der SNI2018. Foto: Karin Griewatsch (Univ. Kiel)

Prof. Dr. P. Müller-Buschbaum in seiner Funktion als Gastgeber von der TUM und Wissenschaftlicher Direktor des MLZ und Dr. J. Kroseberg vom Bundesministerium für Bildung und Forschung eröffneten die Tagung, die gleichzeitig Leistungssschau der Erforschung von Materie und Universum mit Großgeräten und Treffen einer aktiven Forschungsgemeinde ist. Das nächste Highlight war der öffentliche Abendvortrag mit dem Titel „Materie durchblickt - durch Synchrotronstrahlung, Röntgenlaserblitze und Neutronenwellen“ von Prof. Dr. T. Salditt.

Die Vielzahl der Themenbereiche der Tagung spiegelt die Diversität des Forschungsbereiches wieder: Funktionelle Materialien, Magnetismus, Weiche Materie, Lebenswissenschaften, Katalyse, Nanomaterialien, Dünnfilme, Oberflächen, Strukturbiologie. Da die Nutzung von Großgeräten die Teilnehmer der Tagung verbindet, spielten auch Methoden eine große Rolle, denn Forschung in diesem Bereich ist immer auch Methodenentwicklung. Dementsprechend ging es auch um Methoden und Instrumente, Messungen unter realen Bedingungen und zeitaufgelöste Methoden. Eine eigene Sitzung zu Innovation und Industrie machte deutlich, dass die Forschung mit Synchrotronstrahlung, Neutronen und Ionenstrahlen sowohl für das grundlegende Verständnis von Materie als auch dessen Anwendung unentbehrlich ist. Besonderen Zuspruch fanden zwei Sitzungen mit Zukunftsthemen: Die nächste Generation von Großgeräten und Digitale Agenda.

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Postersessions. Fotos: Karin Griewatsch (Univ. Kiel)

Die Zukunft hat schon begonnen: Erste Ergebnisse aus Experimenten am European XFEL wurden auf der Tagung von Robert Feidenhans'l präsentiert. Dieser extrem kraftvolle Freie-Elektronen-Laser wurde vor einem Jahr bei Hamburg in Betrieb genommen. Wissenschaftler aus ganz Europa können dort völlig neuartige Experimente durchführen und noch tiefer in die Materie hineinblicken. Die Instrumentierung dieser Quelle wurde und wird auf diese Möglichkeiten zugeschnitten, so wie es auch bei den anderen Zukunftsprojekten sein wird. In Entwicklung ist PETRA IV am DESY in Hamburg und im Bau sind BESSY VSR am HZB in Berlin, die Extremely Brilliant Source der ESRF (ESRF-EBS) in Grenoble, die European Spallation Source (ESS) in Lund und die Facility for Antiproton and Ion Research in Europe (FAIR) der GSI in Darmstadt.

Abgerundet wurde die Tagung durch die Ehrung von jungen Wissenschaftlern für ihre exzellente Wissenschaft und deren Präsentation. Das Komitee Forschung mit Neutronen (KFN) verlieh den Wolfram-Prandl-Preises 2018 für Nachwuchswissenschaftler an Dr. Felix Roosen-Runge. Er wurde damit ausgezeichnet für seine seine Studien zum Verständnis von Dynamik von Proteinen in Lösung und seine Beiträge zur Verknüpfung von Streudaten mit theoretischer Modellierung, s. https://www.sni-portal.de/kfn/Infos/WPP-Roosen-Runge.php. Posterpreise bekamen Konstantin Krausert (DESY/Univ. Hamburg), Michael Leitner (MLZ/TUM) und Matthias Dodenhöft (TUM).


Verleihung des Wolfram-Prandl-Preises 2018 auf der SNI2018 in Garching.
Von links nach rechts: Prof. Dr. Frank Schreiber (Universität Tübingen), Dr. Felix Roosen-Runge (Lund University) und Dr. Astrid Schneidewind (FZ Jülich, KFN-Vorsitzende). Foto: Wenzel Schürmann (TUM)

Erstmalig in der 30-jährigen Geschichte der Komitees (s. Broschüre „30 Jahre KFN“) kamen KFS und KFN am Rande der Tagung zu einem gemeinsamen Treffen zusammen. Wie erwartet wurden dabei die großen Gemeinsamkeiten der Nutzerbedürfnisse in der Forschung mit Synchrotronstrahlung und mit Neutronen deutlich.

KFS und KFN
Mitglieder des 11. KFN und des 11. KFS. Foto: Karin Griewatsch (Univ. Kiel)

In vier Jahren wird sich die aktive, wachsende Wissenschaftsgemeinschaft wieder treffen, denn das Format der SNI-Tagungen hat sich bewährt. Unser Dank gilt den Organisatorinnen: Dr. Ina Lommatzsch und Ramona Bucher haben dieses Treffen hervorragend organisiert. Nicht nur der fachliche Teil der Tagung, sondern besonders auch das Rahmenprogramm, wie zum Beispiel das Conference Dinner im Festsaal des Hofbräuhauses, wird in guter Erinnerung bleiben.

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Conference Dinner im Hofbräuhaus. Foto: Wenzel Schürmann (TUM)

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