77. KFN-Sitzung

Komitee Forschung mit Neutronen

Montag, den 10.11.2014, Garching

E R G E B N I S B E R I C H T

ENSA: Christine Alba-Simionesco ist die neue ENSA-Vorsitzende. Ihr Stellvertreter ist Ferenc Mezei. Das KFN wird für die ENSA ein Dokument erarbeiten, das die deutsche Situation der Neutronenforschung beschreibt.

Kooptierung: Kooptierungen sollen das fachliche Spektrum des KFN ergänzen. Vorschläge für Kooptierungen werden bis zur nächsten Sitzung gesammelt.

Verbundforschung: Im Frühjahr 2015 werden die Nutzervertreter vom BMBF zu einem Strategiegespräch zur Vorbereitung der nächsten Ausschreibung für die Verbundforschung geladen. Die Position des KFN wird diskutiert. Das KFN sieht eine Chance in neuartigen Projekten wie Methodenentwicklungen für die Auswertung (Softwareprojekte), thematischen Verbundgruppen und instrumentübergreifenden Probenumgebungen. Außerdem soll das Interesse an einem Forschungsschwerpunkt „ESS“ ausgelotet werden. Das KFN wird dazu die Nutzer aufrufen, Projektentwürfe einzureichen.

Berichte aus den Zentren:

ESS: Am 2. September 2014 wurde der erste Spatenstich feierlich gesetzt und bei der Grundsteinlegung der ESS waren mehr als 650 Gäste dabei. Es geht schon gut voran mit den Tiefbauarbeiten. ESS hat eine vorläufige Bestätigung der EU für die Umstellung zu einem ERIC bekommen. Am 25. November findet ein Workshop zur „Instrument Collaboration“ statt. Die Instrumente LOKI und NMX sind am weitesten, sie gehen in die Konstruktionsphase, ODIN folgt 2015. Neun weitere Instrumente sind für den Bau vorgesehen, fünf davon werden 2015 in die technische Vorplanung gehen. Die nächste (und letzte) Proposal-Runde für die letzten 4 von 16 Instrumenten ist bis Mitte Januar offen.

HZB: Der Hochfeldmagnet HFM hat ein Feld von 26 Tesla erreicht und technisch läuft alles. Der HFM wird demnächst in die Neutronenleiterhalle transferiert. Im Rahmen eines Workshops wurden die Nutzer im Oktober darüber informiert, wie man HFM-EXED-Messzeit beantragen kann. Im Antrag müssen Angaben zur Vorcharakterisierung der Probe mit makroskopischen Methoden, Angaben zum benötigten Magnetfeldbereich und das Feedback des Instrumentverantwortlichen enthalten sein. Messzeitanträge können fortlaufend eingereicht werden, die Begutachtung erfolgt alle ein bis drei Monate.

Kooperationen: Es sind 2 Arten von Kooperationen möglich:
1) Kooperationen zu wissenschaftlichem Engagement an Instrumenten im Nutzerbetrieb und Instrumenten, die nicht mehr im regulären Nutzerbetrieb sind. Uni-Gruppen können jederzeit ans HZB (T. Gutberlet) herantreten, um diese Kooperationsmöglichkeit zu nutzen.
2) Kooperationen zu Training von wissenschaftlichem Personal und Übernahme von Instrumenten für die zukünftige Nutzung an anderen Neutronenquellen. HZB hat Betreiber anderer Neutronenquellen kontaktiert und ist bereits im Gespräch mit Interessenten.

HZG: Die Abschaltpause am MLZ wurde genutzt, um Instrumente zu verbessern. Für die ESS wurde mit tschechischen Partnern ein materialwissenschaftliches Diffraktometer vorgeschlagen, dass vom ESS Steering Committee als eines der ersten Instrumente an der ESS akzeptiert wurde. Die Engineering Design Phase beginnt 2015. Ab 2016 wird es im jährlichen Wechsel mit der bisherigen Schule in Norddeutschland eine materialwissenschaftliche Schule am MLZ mit Schwerpunkt Neutronen geben, die von GEMS organisiert wird.

ILL: Im Jahr 2015 wird es kein User Meeting geben, dafür wird das ILL auf der ECNS in Saragossa besonders viel Präsenz zeigen. Am 9. Oktober wurde das ENDURANCE Programm gestartet. Anfang (2.-6.) März 2015 findet die FullProf School am ILL statt. In der letzten Proposalrunde gab es sehr viele Proposals aus Deutschland.

MLZ: Am MLZ werden zwei Büro- und Laborgebäude gebaut. 2016 bis 2017 werden die Bauarbeiten folgen. Im Sommer 2015 wird die Neutronenleiterhalle Ost angeschlossen. Deshalb wird es 2015 voraussichtlich maximal drei Zyklen geben. Im Februar 2015 findet das gemeinsame User Meeting des MLZ und JCNS statt.

JCNS: Für die ESS hat sich das JCNS zur Übernahme des Workpackages „Moderator und Reflektor“ verpflichtet; außerdem gehen die Instrumentvorschläge SKADI und DREAM in die Ingenieur-Designphase. Für die neue Proposalrunde werden drei weitere Instrumentvorschläge erarbeitet.

Termine: Die nächste KFN-Sitzung soll im Februar 2015 in Berlin stattfinden. Der genaue Termin wird noch bestimmt.