91. KFN-Sitzung

Komitee Forschung mit Neutronen

Donnerstag, 23.05.2019, Garching

PIK: Am PIK-Reaktor in Russland soll ein internationales Nutzerzentrum entstehen. Die „Deutsch-Russische Roadmap für die Zusammenarbeit in Bildung, Wissenschaft, Forschung und Innovation“ wurde im Dezember 2018 unterschrieben. Darin geht um „große Forschungsinfrastrukturen (u.a. PIK)“ und Ausbildung.

Die russische Seite plant dreizehn Instrumente für die Erforschung kondensierter Materie, die deutsche Seite, repräsentiert durch die MLZ-Partner, denkt über bis zu sieben Instrumente nach. Bei der ECNS werden Besuche des PIK-Reaktors angeboten. Der Reaktor soll Ende dieses Jahres oder Anfang 2020 in Betrieb gehen.

Das KFN diskutiert seinen Standpunkt, der von der Perspektive des Zugangs der deutschen Nutzer abhängt. Geplant ist, dass die betreibenden deutschen Gruppen Vorrang bei der Nutzung der deutschen Instrumente bekommen. Das KFN will betonen, dass der Access wie an anderen internationalen Zentren mit Peer Review geregelt werden soll.

ErUM-Data: Nach dem Workshop im Oktober 2018 wurden Ideen für die die auf dem Workshop erhaltenen Erkenntnisse für den Nutzerbedarf der einzelnen Communities innerhalb ErUM gesammelt und basierend darauf Empfehlungen für die Entwicklung eines Aktionsplanes in Form eines Strategiepapiers formuliert. Im November wurde ein erster Entwurf dieses Strategiepapiers beim BMBF vorgestellt. Nach mehrstufiger Rücksprache mit dem BMBF und den 8 Komitees wurde dies überarbeitet und in der endgültigen Version am 02. Mai 2019 an das BMBF übergeben (s.  https://www.sni-portal.de/de/nachrichten/erum-komitees-haben-empfehlungen-zur-digitalen-transformation-vorgelegt). Alle Komitees unterstützen explizit dieses Dokument. Kooperation der Nutzergemeinschaften ist die Voraussetzung für die Finanzierung durch das BMBF.

Im weiteren Vorgehen will das BMBF Beispiele aus anderen Ländern sowie die NFDI-Planung einbeziehen. Der Aktionsplan soll Ende 2019 veröffentlicht werden und dann an das Prisma-Trialog-Forum weitergeleitet werden. Eine Förderrichtlinie soll im Laufe des Jahres 2020 veröffentlicht werden.

Einen weiteren wichtigen Punkt stellt die im Strategiepapier diskutierten Maßnahmen dar, die dafür sorgen sollen, qualifizierte WissenschaftlerInnen für das Forschungsfeld zu gewinnen und an der Universität/Forschungszentrum halten zu können – z.B. Tenure Track Programme. Die Komitees haben wiederholt hervorgehoben, dass das Personal die Voraussetzung für eine nachhaltige Umsetzung der geplanten Förderung ist. Die vorgeschlagene Organisationsstruktur für die weitere Zusammenarbeit wird diskutiert.

Der Workshop "Challenges and Opportunities of Digital Transformation in Fundamental Research with Photons and Neutrons" wird am 13. und 14. Juni 2019 in Hamburg stattfinden. Er richtet sich an alle Interessenten aus der Nutzerschaft.

NFDI: Die nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) soll die Datenbestände von Wissenschaft und Forschung systematisch erschließen, nachhaltig sichern und zugänglich machen sowie (inter-)national vernetzen. Sie wird in einem aus der Wissenschaft getriebenen Prozess als ver-netzte Struktur eigeninitiativ agierender Konsortien aufgebaut werden. Hardware ist nicht Bestandteil der Förderung. Gefördert werden Konsortien, die untereinander kooperieren sollen. 2019, 2020 und 2021 wird es Ausschreibungen geben, und das KFN unterstützt, dass im Oktober 2019 zusammen mit der Synchrotronstrahlungsnutzerschaft einen Antrag einreichen. Der Call soll im Juni veröffentlicht werden (Nachtrag: https://www.dfg.de/foerderung/info_wissenschaft/2019/info_wissenschaft_19_37/index.html)

DN2020: Die Ausrichtung der Deutschen Neutronenstreutagung wird diskutiert, angesprochen wird auch eine mögliche Zusammenlegung mit dem Nutzertreffen am MLZ. Die Tagung betrifft allerdings alle Neutronen-Nutzer, nicht nur die bestimmter Zentren. Es gibt einen Vorschlag, die DN2020 in Bielefeld auszurichten.

Berichte aus den Zentren: Am MLZ läuft derzeit eine umfangreiche Wartungspause. Mitte Mai 2019 fand ein Französisch-Deutscher Workshop statt, in dem gemeinsame Forschungsbereiche vorgestellt und eine zukünftige engere Zusammenarbeit diskutiert wurde.

Am HZG wird das ESS-Instrument BEER und ein He3-freier, borbasierten Detektor entwickelt.

An der ESS werden immer mehr instrumentübergreifende technischen Entwicklungen fertig (z.B. Abschirmung, Chopper, Monitore). Das Project Advisory Committee wurde neu gebildet, um das Projekt kontinuierlich zu begleiten. Die Instrumente ODIN, LOKI und Dream sollen zuerst fertig werden, und die anderen sollten bald folgen. Die Access Policy liegt als Entwurf vor. Die ESS wird sich auf der ECNS präsentieren. Für Oktober 2020 ist ein gemeinsames Nutzertreffen mit dem ILL geplant.

Der Zeitplan für den Betrieb des ILL ist unverändert. Der Reaktor soll am 11.06. starten, ab 12.06. dann der Nutzerbetrieb. Drei Zyklen sollen folgen.

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