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Dr. Navid Qureshi ausgezeichnet für herausragende Forschung mit Neutronen

Wolfram-Prandl Preis 2022 geht an Dr. Navid Qureshi vom Institut Laue-Langevin

Dr. Navid Qureshi (ILL) erhielt den Wolfram-Prandl-Preis 2022 (Foto: privat)

Dr. Navid Qureshi (ILL) ist der Preisträger des Wolfram-Prandl-Preises 2022 für Nachwuchswissenschaftler, der am 07.09.2022 auf der SNI2022 vom Komitee Forschung mit Neutronen (KFN) verliehen wurde. Dr. Navid Qureshi erhält den mit 2500 Euro dotierten Preis für die enormen Fortschritte, die er bei der Nutzung polarisierter Neutronen erreicht hatte. Durch die Kombination verschiedener Methoden konnte er neue Einblicke in komplexe magnetische Phänomene gewinnen.

Navid Qureshi promovierte am ILL Grenoble und der TU Darmstadt und untersuchte die magnetische Struktur von Kagomé-Treppenstrukturen in gemischten Kobalt/Nickel-Vanadaten. Anschließend arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Köln, wo er sich unter anderem mit magnetischen Anregungen in Supraleitern auf Pnictid-Basis beschäftigte. Er erzielte drei wichtige Ergebnisse, die die Struktur verschiedener Systeme aufklärten. Im Jahr 2014 kehrte er zum ILL zurück, wo er als Instrumentenverantwortlicher für das spinpolarisierte Heißneutronendiffraktometer D3 und als Mitverantwortlicher für das thermische Vierkreis-Einkristalldiffraktometer D10 arbeitet.

Navid Qureshi ist der Autor des Mag2Pol-Programms, eines einzigartigen und sehr leistungsfähigen Werkzeugs zur Verfeinerung von magnetischen Strukturmodellen und magnetischen Domänenpopulationen anhand von sphärischen Neutronenpolarimetriedaten. Mag2Pol ermöglicht die Analyse der relativ komplexen Technik der sphärischen Neutronenpolarimetrie durch unerfahrene Benutzer. Dies ist besonders wichtig, da die Komplexität der Analyse oft eine Einstiegshürde für neue Benutzer darstellt. Ein breiterer Einsatz der Software kann die Nutzung dieser Neutronentechniken zweifellos erleichtern und fördern.

Navid Qureshi tritt mit der Untersuchung magnetischer Strukturen durch Neutronenstreuung in die Fußstapfen von Wolfram Prandl, dem Namensgeber des Preises. Wolfram Prandl war experimenteller Physiker und Kristallograph, dessen Arbeiten sich durch eine ungewöhnliche Tiefe der Analyse auszeichneten. Mit seiner akribischen Vorgehensweise begeisterte und prägte Prandl viele Generationen junger Wissenschaftler.

Das Komitee Forschung mit Neutronen vertritt alle Wissenschaftler in der Bundesrepublik Deutschland, die mit Neutronen arbeiten oder die der Forschung mittels Neutronen nahestehen. Es besteht aus sieben Mitgliedern und aus ständigen Gästen. Die ständigen Gäste sind Vertreter der Neutronen-Forschungsquellen und der Vertreter des Projektträgers DESY und des BMBF. Ziel ist die Förderung der Neutronenforschung.