Förderung

Förderung der Forschung mit Neutronen

In Deutschland hat sich eine komplexe Förderlandschaft der Wissenschaft entwickelt. Die Berliner Neutronenquelle (BER II) wird bis Ende 2019 vom Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie (HZB), einem Institut der Helmholtz-Gemeinschaft (HGF) betrieben, und der FRM II in Garching von der Technischen Universität München. Die wissenschaftliche Nutzung des FRM II im Rahmen des Heinz Maier-Leibnitz Zentrums (MLZ) erfolgt in Kooperation mit drei Forschungszentren der Helmholtz-Gemeinschaft (Forschungszentrum Jülich, Helmholtz-Zentrum Geesthacht Zentrum für Material- und Küstenforschung (HZG) und HZB, ruhende Partnerschaft). Helmholtz-Zentren werden von Bund und Ländern finanziert. An beiden Neutronenzentren wird in großem Umfang Infrastruktur für externe Nutzer von anderen Instituten, Hochschulen und aus der Industrie aus dem In- und Ausland zur Verfügung gestellt und eigene Forschung betrieben.

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Die DFG ist der größte Drittmittelgeber der Hochschulen

Die Forschung an den Hochschulen ist weitgehend auf Drittmittel angewiesen, die aus unterschiedlichen Quellen stammen: von privaten Stiftungen, aus Bundesmitteln, zusätzlichen Landesmitteln, mehr und mehr auch aus Programmen der Europäischen Union und schließlich der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), dem größten Drittmittelgeber der Hochschulen, die ebenfalls vom Bund und von den Ländern gemeinsam finanziert wird.
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Verbundforschung (ErUM-Pro) für die Weiterentwicklung von Großgeräten

Wer Neues entdecken will, muss die Methoden weiterentwickeln. Daher gibt es ein eigenes Programm, das den Hochschulen Bundesmittel für die Entwicklung von innovativer Instrumentierung und neuen Forschungsmethoden an den Forschungszentren zur Verfügung stellt. Im BMBF-Rahmenprogramm "Erforschung von Universum und Materie" (ErUM) wird durch den Aktionsplan "ErUM-Pro" (bisher "Verbundforschung") Projektförderung zur Einbindung von Hochschulen in die Weiterentwicklung von Großgeräten bereitgestellt. Alle drei Jahre veröffentlicht das BMBF dazu  Ausschreibungen und beauftragt einen Projektträger (PT DESY) mit der Durchführung. Der Projektträger steht prinzipiell immer für alle Fragen rund um die Antragstellung zur Verfügung. Zielgruppe sind einzelne oder Verbünde von Arbeitsgruppen an deutschen Hochschulen, die Materie mit Neutronen, Synchrotronstrahlung (einschließlich FEL) oder nuklearen Sonden und Ionen erforschen, und zwar in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Forschungszentren, die die Großgeräte (z.B. Neutronenquellen) betreiben.


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Inter- und binationale Förderung

Zusätzlich zu diesen nationalen Möglichkeiten gibt es neben der Förderung der EU auch ein deutsch-schwedisches und ein deutsch-russisches Förderprogramm in diesem Forschungsbereich. Verbundprojekte müssen mindestens eine Neutronen- bzw. Photonenquelle als Großgeräte der naturwissenschaftlichen Grundlagenforschung einbeziehen und die Entwicklung von Methodik oder Instrumentierung zum Gegenstand haben. Im deutsch-schwedischen Röntgen-Ångström Cluster (RÅC) liegt der Schwerpunkt auf Materialwissenschaften und Strukturbiologie mit Neutronen und Synchrotronstrahlung. Projekte werden gewöhnlich alle zwei Jahre ausgeschrieben. Die Verbindung nach Rußland besteht durch das "Ioffe-Röntgen-Institut" (IRI). Deutsch-russische Verbundprojekte dienen der Entwicklung und Anwendung beschleunigerbasierter Photonenquellen und der Forschung mit Neutronen. Als gemeinsame Initiative von RÅC und IRI findet jährlich eine mit Vollstipendien geförderte RACIRI-Sommerschule mit Studenten aus Deutschland, Schweden und Russland statt.

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Quellen

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