105. KFS-Sitzung

Konstituierende Sitzung des 12. Komitee Forschung mit Synchrotronstrahlung

 

Montag, den 14.12.2020, Videokonferenz

E R G E B N I S B E R I C H T

Vorstellung der Mitglieder: Die Teilnehmenden der Sitzung (Mitglieder des 11. und 12. KFS) stellen sich kurz vor. Das 12. KFS hat die folgenden gewählten Mitglieder: Bridget Murphy, Birgit Kanngießer, Sarah Köster, Andrea Thorn, Jan-Dierk Grunwaldt, Christian Gutt, Taisia Gorkhover und Dirk Lützenkirchen-Hecht. Dazu können weitere Mitglieder kooptiert werden, um weitere Forschungsbereiche zu repräsentieren. Die wissenschaftlichen Leiter der Synchrotronstrahlungslabore
und die Vertretung des Projektträgers kommen als Gäste dazu.

Wahl des Vorstands: Prof. Dr. Jan-Dierk Grunwaldt (KIT) wird zum Vorsitzenden und Prof. Dr. Sarah Köster (Universität Göttingen) zur stellvertretenden Vorsitzenden gewählt.
Die Zuständigkeiten für die Ressorts werden wie folgt verteilt:
- Digitale Themen: Christian Gutt, mit Unterstützung durch Bridget Murphy
- Instrumentierung: Tais Gorkhover, mit Unterstützung durch Birgit Kanngießer
- Öffentlichkeitsarbeit: Dirk Lützenkirchen-Hecht, mit Unterstützung durch Andrea Thorn
- Nutzerangelegenheiten und Industrie: Birgit Kanngießer, mit Unterstützung durch Bridget Murphy und Dirk Lützenkirchen-Hecht / ggf. ein kooptiertes Mitglied
Nutzerangelegenheiten und Industrie könnten eventuell aufgeteilt werden.
- Europa: Bridget Murphy

Über Kooptierungen wird auf der nächsten Sitzung beraten. Frau Murphy dankt sowohl den ausscheidenden Mitgliedern als auch den anderen für ihre Mitarbeit, und Herr Grunwaldt dankt Frau Murphy für ihren Einsatz für das KFS und die Community.

Zusammenarbeit mit dem BMBF: PD Dr. Jürgen Kroseberg (BMBF) bedankt sich für die Arbeit des 11. KFS und betont die Bedeutung des Gremiums.  Er steht dem KFS als Ansprechpartner für die inhaltlichen Ausgestaltung der Verbundforschung (ErUM-Pro) in den nächsten drei Jahren zur Verfügung. Dazu ist ein aktives Bild des KFS gefragt.

Digitale Transformation: Im Vordergrund stehen aktuell die beiden Initiativen NFDI und ErUM-Data. NFDI steht für Nationale Forschungsdateninfrastruktur und wird in drei Runden bei der DFG etabliert. Im Herbst wurde der überarbeitete und erweiterter Antrag „DAPHNE4NFDI“ eingereicht. Mit einem Bescheid wird im Frühjahr 2021 gerechnet.

ErUM-Data ist der neue Aktionsplan des BMBF für alle ErUM-Communities (ca. 8000 promovierte Wissenschaftler) zur Verfügung stehen. Zum einen wird ein Hub beantragt und zum anderen wurde ein erster Call mit Schwerpunkt Machine Learning und KI für das erste Quartal 2021 angekündigt. Voraussetzung für die Antragsstellung ist die Bildung von größeren Verbünden, die verschiedene Communities vernetzen. Für die Vorbereitung der Communities auf die Ausschreibung findet am 18.01. und 19.01.2021 ein Zoom-Meeting statt.

ErUM-Data soll beim DESY-Nutzertreffen vorgestellt werden. Je übergreifender und interdisziplinärer Verbünde angelegt sind, desto besser sind ihre Chancen auf Förderung. Der Hub soll die Vernetzung befördern. Entsprechend sollen auch die Projektziele mehrere Communities betreffen, dabei wird es also eher um strukturelle Themen gehen. Wichtig ist auch die Beteiligung von Forschenden aus den Bereichen Mathematik und Informatik. Beamline- oder experimentspezifische Software wird weiterhin über ErUM-Pro gefördert. Das KFS behält außerdem die komplementären europäischen Digitalisierungsinitiativen wie Digital LEAPS, PANOSC, ExPaNDS und die European Open Science Cloud im Auge.

Berichte aus den Zentren:

DELTA: Der Betrieb an DELTA ist durch Corona eingeschränkt. Ein neuer Wiggler wird eingemessen.

European XFEL: Der European XFEL ist bis Mitte November gelaufen und dann in den Winter-Shutdown gegangen, der mindestens bis zum 01.02.2021 gehen soll. Das Nutzertreffen Ende Januar findet virtuell statt.
Ein „Soft X-Ray-Port“ soll an SASE3 gebaut werden, geplante Fertigstellung der Infrastruktur ist im Sommer 2021 mit Inbetriebnahme ein Jahr später. Drei Instrumente sind an der Beamline vorgesehen.
Im Sommer wurde die „European Open Science Cloud Association” gegründet. Das erste General Assembly Treffen findet am 17. Dezember statt. 250 bis 300 Institute sind beteiligt und auch einige LEAPS-Mitglieder nehmen teil.
Die EU-Kommission sieht in dieser Association die Durchführung der EOSC-Aktivitäten.

ESRF: Der neue EBS-Speicherring läuft und seit August haben über 600 Experimente mit 1600 Usern stattgefunden, die meisten davon „remote". Die ESRF Data Policy garantiert die Speicherung von Daten für 10 Jahre. Dazu wird Datenanalyse als Service für die Nutzer schrittweise aufgebaut, auch wegen der zunehmend großen Datenmengen. Eine neue Arbeitsgruppe für Softwareentwicklung zur Datenanalyse wurde etabliert.

DESY und FLASH: BBei PETRA III gab es im Frühjahre Corona-bedingt einen kurzen Shutdown. Derzeit (Dezember) macht noch BioNTech Experimente, und einige andere Nutzende führen noch Messungen zu Ende.
Im Januar soll die HIKA-Experimentierstation für Hierarchische Röntgenbildgebung Karlsruhe eingebracht werden. Ende Januar findet das Nutzertreffen statt.

Für PETRA IV sind 159 Instrumentierungs-Proposals eingegangen. Bis Ende 2021 soll eine Prioritätenliste erstellt werden.

FLASH soll im Februar wieder anlaufen. Das Upgrade FLASH2020+ wird vorbereitet.

HZB: Der Betrieb an BESSY II ist nach dem Sommershutdown für regionale Nutzende mit negativem PCR-Test und remote-Nutzenden wieder angelaufen. Anfang Januar sind nur dringende coronarelevante Experimente möglich. Durch Mail-in Experimente 2020 konnten zum Beispiel im Bereich der Protein-Kristallographie viel gemessen werden; die Möglichkeit zu Remote Access an vielen Beamlines ist geschaffen bzw. deutlich verbessert worden. Sie wird von den Nutzenden intensiv genutzt.

Das HZB-Nutzertreffen hatte 461 Teilnehmende mit 380 Einzelgesprächen und etwa 300 Personen in den Vorträgen. Das HZB sieht eine große Chance in virtuellen Veranstaltungen und plant, in Zukunft auch Präsenzveranstaltungen streamen, um so neue Interessierte und neue Nutzende zu gewinnen.

Die Vorbereitungen für BESSY III laufen, derzeit wird eine Kurzfassung des CDRs (pre-CDR) erarbeitet. Dazu sind auch Foresight-Workshops geplant.

Öffentlichtkeitsarbeit: Die Forschung mit Synchrotronstrahlung am Corona-Virus wird als Chance gesehen, diese mehr in der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Schwerpunkte der nächsten Monate: Vorbereitung der ErUM-Pro Ausschreibung im Austausch mit dem BMBF, Digitale Transformation, Pressearbeit und Homepage, europäische Vernetzung, Kooptierungen.

Abschluss: Herr Grunwaldt dankt den scheidenden Mitgliedern und freut sich auf weitere gute Zusammenarbeit im neuen Komitee.

Termine: Die nächste Sitzung ist für Mitte Februar geplant.

 

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